Gewappnet für den Notfall

 

Die Zusammenarbeit mit einem Tier macht den Pferdesport besonders. Doch auch weil man eben mit einem Lebewesen arbeitet, kann es beim Reiten immer wieder zu Unfällen kommen. Auch bei den Pferden selbst sind kleinere Verletzungen nicht selten.

Was in solchen Fällen zu tun ist, lernten Mitglieder des Reit- und Fahrvereins Babenhausen (RuF) am vergangenen Wochenende in einem maßgeschneiderten Erste-Hilfe-Kurs. Sechs Stunden lang drehte sich am Samstag, den 26. Oktober, auf dem Gelände des RuF alles um die Erste Hilfe für Pferd und Reiter. Erst seit diesem Jahr macht eine Kooperation aus den Johannitern Mannheim und der Pferdeklinik Ludwigshafen diesen speziellen Kurs möglich.

Erste-Hilfe-Trainer Thomas Ney und Tierärztin Julia Dürr gaben den zwölf Teilnehmern das Wichtigste mit auf den Weg, um in Zukunft in Notfällen sicher und ruhig helfen zu können – und zwar nicht nur dem Menschen, sondern ebenso den Tieren. Im theoretischen Teil ging Julia Dürr zunächst mit den Teilnehmern die häufigsten Krankheiten und Verletzungen beim Pferd durch. Sind die Symptome für eine Kolik bei jedem Pferd gleich? Was mache ich, wenn mein Pferd in einen Nagel getreten ist oder plötzlich extrem lahmt? Woran erkenne ich überhaupt, was meinem Pferd fehlt? Und wie überbrücke ich die Zeit bis der Tierarzt kommt am sinnvollsten? Mit Beispielen aus ihrer Berufspraxis gab Julia Dürr den Teilnehmern Antworten auf all ihre Fragen. Zudem erklärte die Tierärztin, was in der Stallapotheke keinesfalls fehlen und sollte und vor allem, warum. Am Stall ging es dann direkt ans Pferd: Puls und Temperatur messen, Atmung kontrollieren und herausfinden, wie sich eigentlich ein gesunder Darm anhört – das stand jetzt für die Teilnehmer auf dem Programm. Zuletzt bekam Vereinspferd Sammy, der alles brav mitmachte, noch das Bein und den Huf korrekt verbunden.

Doch nicht nur am Pferd wurde während des Kurses geübt. Auch die Teilnehmer selbst wurden zeitweise zum Übungsmodell. Besonders nah am Reiter-Alltag erklärte Erste-Hilfe-Trainer Thomas Ney, was in einem Notfall zu tun ist. Dabei ging es nicht nur um die Stabile Seitenlage und die Herz-Lungen-Wiederbelebung, die lebensrettend sein können und so unter Anleitung ausführlich geübt wurden. Ney stieg bereits vor dem Absetzen des Notrufs ein: Warum sollte ich am besten immer mindestens zu zweit ausreiten? Was passiert nach einem Sturz mit Reiter und Pferd? Und wie erkläre ich den Rettungskräften am Telefon, wo genau im Wald oder Feld ich mich eigentlich gerade befinde? Mit hilfreichen Tipps schärfte Ney das Bewusstsein der Teilnehmer für ihre eigene als auch für die Sicherheit anderer und versuchte, die Hemmungen zu nehmen, die viele Ersthelfer in Notfallsituationen erstmal haben.

Der Tenor war eindeutig: Nichts ist schlimmer, als gar nichts zu tun. Und das gilt letztlich nicht nur für Menschen in Not, sondern genauso für die Pferde.

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