Julia Sturm und Delilah -"Sein Ziel immer im Auge behalten"

Die heute 21-jährige Julia Sturm hat mit 11 Jahren das Reiten gelernt. „Als ich 13 Jahre war hatte ich meine erste Reitbeteiligung und 2015 haben meine Eltern beschlossen, meinem Wunsch auf ein eigenes Pferd nachzugehen, und so kam noch im gleichen Jahr die damals 5-jährige Stute Delilah in unseren Besitz“ erzählt Julia Sturm. „Unsere Vorstellung von meinem ersten Pferd waren von uns klar definiert, ein Wallach, ungefähr 10-jährig und auf einem soliden Ausbildungsstand in der Dressur und im Springen, am besten in beiden Disziplinen auf A-Niveau.“


Dann kam alles anders, als es sich die Familie vorgestellt hatte, „Mein Trainer Johannes Lieb hatte damals eine 5-jährige dunkelbraune Oldenburger Stute zum Verkauf, gerade angeritten. „Bei meinem ersten Ritt auf Delilah war mir klar, dass ist mein Pferd." berichtet uns Julia. Auf Anraten von ihrem Trainer hat sie trotzdem noch andere Pferde probegeritten, um einen Vergleich zu haben, aber auf keinem der anderen Pferde war das Gefühl so, wie bei der Stute Delilah, der Funke ist bei den anderen Pferden nicht übergesprungen. So kam Delilah zu Julia und es war klar, jetzt fängt das Reiten an.

Delilah wurde im Mai 2010 bei dem Pferdezüchter Albert Stegmann geboren und ist von der Abstammung einer reinen Dressurblutlinie, Vater Detroit; Mutter Rosentanz, gezogen. Nach einem Jahr intensiven Training wurde 2016 das erste Turnier in Dieburg genannt. Die erste A-Dressur wurde geritten und das harte Training und die Leidenschaft zum Dressurreiten wurde mit dem 1. Platz belohnt. Noch im gleichen Jahr wurden auch Prüfungen der nächsthöheren Klasse, der L-Dressur, gestartet, Auch hier wurde wieder das Talent von Reiter und Pferde mit Siegen und Platzierungen belohnt. Im Jahr 2017 wurde Julia in der Leistungsklasse 4 bei den Kreismeisterschaften mit dem 3. Platz geehrt. Ab 2017 bis 2019 wurde die Prüfungen der Klasse L auf Trense und Kandare geritten. Im Jahr 2019 hat sich Julia mit Delilah an die hohe Dressurklasse M herangetastet.

Zuhause im Training wurden die Lektionen der Klasse M trainiert. Nach einem guten Wintertraining und großen Erwartungen auf die Turniersaison 2020 kam im Frühjahr Corona und es wurden keine Turniere mehr veranstaltet. „Zurückblickend war ab Corona eine andere Trainingsphase. Es durften keine auswärtigen Trainer an unseren Stall kommen und dich durfte mit Delilah natürlich auch nicht zu meinem Trainer fahren.“ erzählt Julia. „Dann haben die Corona Inzidenzen endlich Lockerungen zugelassen, und die ersten Trainings wurden sofort geplant. Doch leider gab es Meldungen über den Herpesvirus, welcher für Pferde ansteckend und tödlich verlaufen kann. Um die Ansteckungsgefahr so gering wie möglich zu halten, wurden als Vorsichtsmaßnahme die Ställe wieder für Besucher geschlossen. Also galt für uns immer noch „Homeschooling““, schmunzelt Julia.

Das Training sollte aber nicht ganz ausfallen, schließlich galt es, Delilah auf ihrem Leistungsniveau zu halten. „Das Training wurde in allem etwas entspannter“, lacht Julia. „Ich achte generell sehr darauf, dass die Ausbildung und das Training von Delilah abwechslungsreich gestaltet wird. Neben der Dressur, wird auch im Springen oder an der Longe trainiert und die ein oder andere Auszeit bei einem Ritt durchs Gelände wird eingeplant. Natürlich genießt Delilah auch ihren täglichen Auslauf auf der Weide.“

Aber die Trainingsphase während Corona hatte auch seine positiven Seiten. Nachdem die beiden das Springtraining erstmal ad Acta gelegt hatten, haben sie es in der letzten Zeit wieder für sich entdeckt. Delilah war anfangs am Sprung sehr ungestüm und verlor ihre Reiterin das ein oder andere Mal, während sie ihrer Lebensfreude freien Lauf lies, und den ein oder anderen Freudensprung nach dem Hindernis folgte. „Während der „Corona-Pause“ haben wir wieder mit dem Springen angefangen und es macht uns beiden richtig Spaß“, berichtet Julia stolz. „Natürlich haben wir auch weiter an Dressurlektionen gearbeitet. Im Winter 20/21 haben wir am Galoppwechsel und an der Pirouette gearbeitet. Allerdings ist das Training nicht so intensiv, wie während der Turniersaison. Wir haben die Auszeit genutzt und haben lange Ausritte durch das Gelände genossen.“

Vor dem ersten Turnier 2021 in Seligenstadt war die Vorfreude groß, aber auch die Vorbereitungen dafür darf man nicht unterschätzen. Delilah war über ein Jahr nicht auf dem Turnier und ist demnach auch kein Hänger gefahren. „Um am Turniertag nicht vor dem Problem zu stehen, dass Delilah sich nicht verladen lässt, haben wir vorher geübt. Wir haben Delilah verladen, sind ein bisschen gefahren und haben wieder ausgeladen. Das war auch sinnvoll, denn Anfangs wollte sie tatsächlich nicht in den Hänger“, lacht Julia. „Neben dem Hänger Training, haben wir auch angefangen die Dressurprüfung auf dem großen Dressurviereck zu reiten.“ In den höheren Dressurklassen werden die Prüfungen oft auf einem größeren Platz geritten. Dadurch müssen die Lektionen neu eingeübt werden, damit die Abstände wieder passen. So konnten sie ihren ersten Turnierstart 2021 in einer M-Dressur gut vorbereitet angehen und haben die Prüfung zufrieden mit einer soliden Wertnote und der 1. Reserve verlassen.

Wie sich die Turniersaison 2021 entwickelt, kann man noch nicht absehen. Die Turnierveranstalter müssen alle Hygienekonzepte einhalten, in den Prüfungen dürfen nicht so viele Starter antreten, weshalb die Starplätze oft nach Erscheinen der Prüfungen im Onlineportal sofort ausgebucht sind. Hier muss man sehr schnell sein und online gehen, sobald das Nennen für die Prüfungen möglich ist. „Mir macht das Turnierreiten großen Spaß, und ist für mich eine Überprüfung unserer Leistung.“ erzählt Julia. „Ich wünsche mir, dass bald wieder eine Normalität, auch im Turniersport, eintritt. Eine Turnier-Atmosphäre mit Zuschauern und Festbetrieb gehört einfach dazu.“ Der RuF Babenhausen ist stolz auf die junge Reiterin, die mit ihrem Pferd schon so viel erreicht hat. Hier zeigt sich, dass "sein Ziel immer im Auge behalten" nach den Worten von Julia Sturm gesprochen, auch zum Erfolg führt. Es ist eine große Leistung sein Pferd bis zu der Hohen Klasse M selbst auszubilden und im Training zuhause schon an den Lektionen der Klasse S zu arbeiten.

Wir wünschen dem erfolgreichen Paar weiterhin alles Gute und viel Erfolg.

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